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KUNO-Eröffnungsfeier am 11.01.2010

11. Januar 2010

Am Ende gab es kein Halten mehr. Als Andreas Donauer, Frontmann der Kinderband Donikkl über die beengte Bühne im Hörsaal A2 der Uni-Klinik wirbelte und sein Fliegerlied trällerte, stimmten die Festgäste mit ein, klatschten mit und warfen sich den blauen Stoffraben KUNO zu, der auf dem Rednerpult gesessen hatte.

Dabei war es längst nicht nur die Kinderband, die der Festveranstaltung Witz und Abwechslungsreichtum verlieh. Auch die Moderatoren Lucy (9) und Linus (9) brachten die Prominenz zum Lachen – mit ihren Mitschülern der Bischof-Manfred-Müller-Schule in Regensburg: Felix (10), Theresa (9), Vincent (10) und Leoni (10). Sie saßen an einem Biertisch, spielten Schafkopf, Scrabble oder Monopoly und leiteten auf vergnügliche Weise zu den einzelnen Redebeiträgen über.


Etwa dem von Professor Dr. Thomas Strothotte. Der Rektor der Universität Regensburg zitierte den Schriftsteller Bertold Auerbach. Aus dessen Feder stammt der Satz: „Für einen Vater, dessen Kind stirbt, stirbt die Zukunft.“  Die Aktion KUNO und das Engagement der Menschen wertete der Rektor als „einmalige Erfolgsgeschichte“. Dass eine private Initiative und das Land Bayern das Projekt gemeinsam verwirklichten, ist nach seiner Einschätzung höchst nachahmenswert. Im Gegensatz zu Kritikern dieses Weges erkannte Strothotte darin „nichts Staatsbedrohliches, sondern auch etwas Staatsförderliches“.
Oberbürgermeister Hans Schaidinger sprach von einem „historischen, außergewöhnlichen Tag“ für die gesamte Region und die Stadt Regensburg und würdigte die Spendeninitiative, die den Staat unter Zugzwang gebracht habe. Auf dem Weg der jungen Universität Regensburg mit all ihren Einrichtungen lasse sich mit der KUNO-Eröffnung feststellen: „Wir sind wieder ein Stück vorangekommen“. Ähnlich sah es der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Bernhard Weber. „KUNO schließt nicht nur eine Lücke in der Maximalversorgung für Kinder der gesamten Region“, sagte er. „Es werden sich auch für Universität und Akademia zukunftsweisende Möglichkeiten bieten, wie wir sie bisher so nicht gekannt haben.“


Dr. Thomas Eichinger, Obmann des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in der Oberpfalz, lobte die breite Unterstützung durch die Bevölkerung. Dieses Engagement vieler zum Wohl der Kinder und Jugendlichen zeige, wie wichtig den Menschen eine hochwertige, patientengerechte, fachkundige Medizin durch qualifizierte Kinder- und Jugendärzte im niedergelassenen und klinischen Bereich sei. Dabei übten sich die Unterstützer, wie Hans Brockard verdeutlichte, in Bescheidenheit. „Keiner der Spender“, sagte er, „wollte seinen Namen auf einer Wand oder einer Tafel oder auf einem Gegenstand verewigt wissen.

Professor Dr. Michael Melter, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, erinnerte daran, dass mit Regensburg die letzte der 36 Universitätskliniken in Deutschland eine Kinder- und Jugendklinik erhalten habe. Universitäres Denken und Handeln, erläuterte er das KUNO-Konzept, werde durch die Mitarbeiter an beiden Standorten, der Klinik St. Hedwig und dem Uni-Klinikum, gewährleistet. „Der Standort, an dem der jeweilige Patient behandelt wird, ergibt sich dabei nicht daraus, welcher Arzt oder welche Abteilung an welchem Ort platziert ist, sondern daraus, wo dem Patienten das für ihn optimale pädiatrische Gesamtpaket geboten werden kann“, sagte Melter. Der Kinder- und Jugendarzt skizzierte gestern seine Vision, in der Einrichtung in wenigen Jahren alle Patienten, die keiner vollständigen, 24-stündigen Intermediate-Care-Versorgung bedürfen – dahinter verbirgt sich eine intensivmedizinische Versorgung ohne Beatmungstechnik –, nur mehr für die tatsächliche Behandlungsdauer aufnehmen zu wollen. Die restliche Zeit könnten die Kinder zu Hause oder in einer kliniknahen Unterkunft verbringen. Vor diesem Hintergrund spielt das Elternhaus, das der Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder an der Uni-Klinik plant, für Melter eine große Rolle.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm erkannte im Projekt KUNO nicht nur ein Zeichen gelebter Bürgergesellschaft, es sei auch Zeichen gelebter Partnerschaft – und dafür, dass die Menschen nicht alles dem Staat überließen. „Mutig zu handeln und nicht nur zu reden, etwas zu wagen, sich zu verbünden und gemeinsam das Notwendige anzupacken, das ist es, was diese Region hervorgebracht hat und was sie auszeichnet“, sagte sie.


Und da es sich bei der neuen Klinik um ein hochmodernes Haus handelt, übergab Baudirektor Karl Stock vom Staatlichen Bauamt Regensburg nicht nur den obligatorischen Schlüssel. Der Ärztliche Direktor der Universitätsklinik, Professor Dr. Günter Riegger, fand im Innenhof eines als 3D-Puzzle nachgebauten KUNO-Gebäudes auch den Transponder für ein spezielles Zugangskontrollsystem.

 (Texte mit freundlicher Genehmigung: Frank Betthausen, MZ)